„Diesen Pfeifentabak gibt es nicht mehr“ führt Simon sein Mitbringsel in den Laden Ende März stolz ein. „Ist das reiner Kentucky Tabak“ möchte Sebastian wissen? „Ich glaube nicht“ sagt Simon, „aber Kentucky steht hier mit Sicherheit im Vordergrund“ fügt der Pfeifenfreak aus Halle an der Saale hinzu. Simon raucht seit vielen Jahren Pfeife. Er hat eine beeindruckende Sammlung an Pfeifen und Pfeifentabak bei sich zu Hause.
Reiner Kentucky Tabak ist selten. Wir kennen nur einen Hersteller, der reinen Kentucky abfüllt. Robert McConnell Pure Kentucky heißt das gute Stück. Der Pfeifentabak kommt von Kopp Tobaccos aus Rellingen. Zu kaufen gibt es ihn in einer 50g-Dose. Zum Probieren gab es in der Sächsischen Pfeifenstube noch keine Gelegenheit.
Hintergrundinfos zum Amphora Kentucky
Amphora Pfeifentabak gehört heute zur Scandinavian Tobacco Group. Der börsennotierte Konzern ist in den letzten Jahren durch seine Akquisitionen zum größten Pfeifentabakhersteller der Welt mutiert. Für mächtige Schlagzeilen in der Pfeifen-Community hat die Akquise von Mac Baren Pfeifentabak gesorgt. Das hat viele Pfeifenraucher und Händler regelrecht schockiert. Es hat nach den vielen Zukäufen mächtig aussortiert. Was von den Stückzahlen her nicht performt, wird eingestellt. Ein Produkt, das den Sortimentsanpassungen zum Opfer fiel: Amphora Kentucky.
Damit gibt es heute in Deutschland nur noch Amphora Full und Amphora Virginia in Pouches zu kaufen. Richtige Topseller scheinen die beiden aber auch nicht zu sein.
Was bringt der Amphora Kentucky geschmacklich?
In der Nase offenbart sich Amphora Kentucky wunderbar balsamisch. Aromatisch ist das einer der am meisten beeindrucksten Pfeifentabake überhaupt. Man möchte gar nicht aufhören, in den dunkelblauen Pouch reinzuschnuppern. Der Start nach dem Anzünden der Pfeife ist dann geschmacklich ernüchternd. Die Aromen sind wenig aufregend. Sie erinnern vor allem an verkohltes Holz, trockenes Kraut, Pfeffer und vielleicht ein bisschen an Kakao. Die Kakaonote setzt sich bald besser durch und der Tabak schmeckt wie eine Mischung aus Bitter- und Milchschokolade. Die Kraft liegt auf einem mittleren Niveau. Man merkst bald, dass der Kentucky Pfeifentabak Power hat!
War das Aussortieren des Tabaks berechtigt?
Wir haben Kunden befragt, ob sie den Pfeifentabak kennen. Der Tabak war wohl recht bekannt aber eben kein Renner. Das hat die Scandinavian Tobacco Group wohl auch an den Verkaufszahlen gesehen. Das Aussortieren des Tabaks war für den Konzern damit berechtigt. Geschmacklich trauern ihm heute wohl nur noch wenig Pfeifenraucher nach. Ein Produkt hat eben seinen Lebenszyklus. Irgendwann ist Schluss.