Oldenkott Pfeifen - deutsche Pfeifentradition aus Rees
Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis in das Jahr 1740 zurück, als Henricus Oldenkott in den Niederlanden mit der Herstellung von Tabakwaren begann. Für die deutsche Unternehmensgeschichte war insbesondere der Kaufmann August Kersten von Bedeutung, der 1838 in Rees am Niederrhein eine Pfeifen- und Tabakfabrik gründete beziehungsweise den dortigen Unternehmenszweig aufbaute. Daneben bestand seit 1819 ein Oldenkott-Betrieb im Schloss Ahaus, der jedoch zunächst Tabak und keine Pfeifen herstellte.
Vom Tabakhersteller zum größten Pfeifenproduzenten Europas
Die eigentliche Herstellung von Oldenkott Pfeifen begann 1932 in Rees. Das Unternehmen warb damals mit dem Leitsatz: „Zum guten Oldenkott-Tabak die gute Oldenkott-Pfeife.“ Gefertigt wurden klassische Tabakpfeifen aus Bruyèreholz, die auf zuverlässige Raucheigenschaften und ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis ausgelegt waren. Nach der Zerstörung der Pfeifenfabrik im Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion bereits 1945 wieder aufgenommen.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Oldenkott zu einem der wichtigsten deutschen Pfeifenhersteller. Um 1950 erreichte die Marke einen Marktanteil von rund 40 Prozent in Deutschland. Während des Pfeifenbooms Ende der 1960er-Jahre wurden zeitweise mehr als 40.000 Pfeifen im Monat gefertigt. Mit einem deutschen Marktanteil von bis zu 70 Prozent galt Oldenkott damals als größter Pfeifenproduzent Europas. Heute sind Marken wie Rattrays Pfeifen oder Peterson Pfeifen deutlich bekannter in Deutschland, ganz zu schweigen von Vauen Pfeifen. Das Nürnberger Unternehmen hat im Prinzip die Rolle von Oldenkott eingenommen...
Was zeichnet Oldenkott Pfeifen aus?
Typisch für Oldenkott sind bewährte Pfeifenformen wie Billard, Dublin, Bulldog, Pot oder verschiedene Bent-Modelle. Viele Pfeifen besitzen harmonische Proportionen, ausreichend große Tabakkammern und eine robuste Verarbeitung. Neben glatten, sandgestrahlten und rustizierten Oberflächen entstanden unterschiedliche Qualitätslinien wie Rubin, Royal, Extra Briar, Nicofry oder Danish Design.
Besonders bekannt wurden die Nicofry-Pfeifen, von denen zahlreiche Modelle für einen 9-mm-Filter ausgelegt waren. Damit griff Oldenkott früh eine Rauchweise auf, die sich vor allem in Deutschland großer Beliebtheit erfreute. Ein weiteres Erkennungszeichen vieler Oldenkott Pfeifen ist der charakteristische rot-weiße Punkt am Mundstück.
Nach dem Verkauf an den niederländischen Tabakkonzern Niemeyer im Jahr 1972 wurde die Pfeifenproduktion schrittweise reduziert. Peter Kersten kaufte das Unternehmen 1987 zurück, konnte die traditionsreiche Fabrik jedoch nicht dauerhaft retten. Im Juni 1992 endete die ursprüngliche Pfeifenfertigung in Rees. Nachdem die Markenrechte 2012 neu erworben worden waren, erschienen ab 2013 kleinere Neuauflagen klassisch gestalteter Oldenkott Pfeifen. Diese wurden nicht mehr in der alten Reeser Fabrik, sondern von einem italienischen Produzenten gefertigt.
Oldenkott Pfeifen sind heute interessante Begleiter für Liebhaber klassischer deutscher Pfeifenformen und zugleich ein Stück deutscher Industriegeschichte. Entdecke ausgewählte Oldenkott Pfeifen bei der Sächsischen Pfeifenstube in Leipzig und finde ein Modell, das traditionelle Gestaltung mit alltagstauglichen Raucheigenschaften verbindet.