Manchmal sind es auf einer Messe gar nicht die großen Ankündigungen, die einem im Gedächtnis bleiben. Es sind diese kleinen Momente: eine alte Pfeife in der Hand, von der man weiß, dass sie so wahrscheinlich nicht mehr gebaut wird. Der Duft eines neuen Pfeifentabaks. Ein Material, das man bisher kaum auf dem Schirm hatte. Oder ein Gespräch mit Menschen, die für ihre Produkte genauso brennen wie wir.
Genau so begann für die Sächsische Pfeifenstube der erste Tag auf der InterTabac 2026 in Dortmund.
Noch vor Messebeginn: neue Tabake bei Kopp Tobaccos
Unser erster Weg führte uns bereits vor dem eigentlichen Messestart zu Kopp Tobaccos. Und dort gab es direkt einiges zu entdecken.
Besonders spannend ist die neue „Wood-Serie“ von Kopp. Das Konzept dreht sich um unterschiedliche Holznoten und damit um ein Aromenspektrum, das wunderbar zur Welt der Pfeife passt. Holz, Rauch und Tabak gehören schließlich seit Jahrhunderten zusammen – und genau mit dieser Verbindung spielt die Serie.
Daneben konnten wir uns die Mountain Series von Cornell & Diehl ansehen. Auch einige der begehrten Small-Batch-Tabake waren Thema. Hinzu kommen unter anderem eine Virginia Mixture sowie ein neuer Weihnachtstabak von Cornell & Diehl.
Und natürlich darf auch ein neuer Kopp-Tabak nicht fehlen: Ahoi 2026.
Für Pfeifenraucher ist gerade diese Vielfalt das Spannende an einer Messe wie der InterTabac. Während man im Alltag häufig seine bewährten Mischungen raucht, bekommt man hier plötzlich wieder Lust, völlig neue Richtungen auszuprobieren.
Auch Savinelli hatte etwas Besonderes vorbereitet: eine Jubiläumsedition, die natürlich sofort unsere Aufmerksamkeit geweckt hat. Bei den Italienern sind wir bei Savinelli Pfeifentabak wie bei den deutlich bekannteren Savinelli Pfeifen fündig geworden.

Ein kleiner Schatzfund: alte Stanwell Pfeifen aus Dänemark
Danach ging es weiter zu Kopp Pipes.
Und dort passierte genau das, weshalb wir solche Messetage lieben.
Zwischen den Pfeifen entdeckten wir alte Stanwell Modelle, die tatsächlich noch in Dänemark gefertigt wurden.
Wer sich ein wenig mit Stanwell beschäftigt, weiß, wie interessant solche Stücke mittlerweile sind. Laut Aussage des Vertreters wird ein Teil der Stanwell Pfeifen bereits seit rund 30 Jahren in Italien gefertigt. Wirklich alte Exemplare aus dänischer Produktion werden entsprechend immer schwieriger zu finden.
Plötzlich versteht man auch wieder, warum gut erhaltene Stanwell Estate Pipes bei uns häufig schneller verkauft sind, als man schauen kann.
Eine klassische Stanwell für unter 100 Euro, vielleicht noch aus dänischer Fertigung und mit einer schönen Patina – für viele Pfeifenraucher ist das heute einfach unglaublich reizvoll.
Natürlich konnten wir da nicht einfach weitergehen. Besonders die alte Hans Christian Andersen Serie hat es uns angetan.
Einige der alten Stücke werden ihren Weg nach Leipzig in die Sächsische Pfeifenstube finden.
Und genau solche Funde machen für uns einen großen Teil der Faszination aus: Man kauft eben nicht einfach irgendeine Pfeife ein. Man hält ein Stück Pfeifengeschichte in der Hand.

Molina und alte Peterson Serien
Aber nicht nur Stanwell sorgte für Begeisterung.
Auch Pfeifen von Molina werden künftig stärker in unserem Sortiment vertreten sein. Die italienischen Pfeifen bieten interessante klassische Formen und sind gerade für Pfeifenraucher spannend, die eine schöne Alltagspfeife suchen.
Bei Peterson wurde es dagegen nostalgisch.
Peterson Pfeifen gehören ohnehin zu den Marken, bei denen Tradition und Wiedererkennungswert besonders stark miteinander verbunden sind. Und wenn dann noch ältere oder ungewöhnlichere Serien auftauchen, beginnt bei uns sofort die Suche nach den besonderen Exemplaren. Bei Peterson hatten wir bisher nur Pfeifen mit eher schlanken und ziemlich speziellen Köpfen. Auf der Messe finden wir zum ersten Mal Modelle mit voluminösen Pfeifenköpfen. Da müssen wir zugreifen!
Genau diese Pfeifen möchten wir nach Leipzig bringen: Modelle, bei denen man zweimal hinschaut.
Esche statt Bruyère? Eine überraschende Entdeckung
Eine der vielleicht größten Überraschungen des Tages waren jedoch Pfeifen aus Eschenholz.
Auf den ersten Blick fallen sie schon optisch auf. Das Holz ist deutlich heller als klassisches Bruyère und verleiht den Pfeifen einen modernen, fast skandinavischen Charakter.
Doch wirklich interessant wird es im Inneren.
Die Köpfe besitzen einen Grafiteinsatz. Dadurch soll der eigentliche Pfeifenkopf vor dem Durchbrennen geschützt werden und beim Rauchen vergleichsweise kühl bleiben. Gleichzeitig nimmt der Einsatz praktisch keinen Geschmack des zuvor gerauchten Tabaks an.
Das eröffnet interessante Möglichkeiten.
Morgens Virginia, später eine englische Mischung und am Abend vielleicht etwas Aromatisiertes – ohne für jede Mischung zwingend eine eigene Pfeife reservieren zu müssen.
Für eingefleischte Pfeifenraucher ist das fast schon ein kleiner Kulturschock.
Aber ein ziemlich spannender.
Passend dazu gibt es sogar Rattray's Pfeifen aus Eichenholz. Die Eiche wirkt etwas dunkler als die sehr helle Esche und bringt noch einmal einen völlig anderen Charakter mit.
Tradition trifft Innovation – genau solche Dinge möchten wir auf der InterTabac entdecken.

Doctor Pipe: Pfeifentabak aus Brasilien
Und dann stand plötzlich Brasilien auf dem Programm.
Doctor Pipe.
Schon die Herkunft machte uns neugierig. Schließlich gehört Brasilien zu den großen Tabakanbauländern der Welt – bei Pfeifentabak denkt man dennoch zuerst häufig an Virginia, Dänemark, Deutschland, England oder die USA.
Doctor Pipe zeigt, dass es auch anders geht.
Virginia und Burley stammen nach Angaben des Herstellers aus brasilianischem Anbau. Sorten wie Perique werden hinzugekauft und anschließend zu einer erstaunlich großen Bandbreite unterschiedlicher Mischungen verarbeitet.
Und dann wird es richtig interessant.
Denn die Brasilianer experimentieren offenbar nicht nur mit klassischen Pfeifentabaken, sondern auch mit Kräutern und ungewöhnlichen Zutaten.
Bis hin zu Hopfen.
Ja, tatsächlich: Hopfen in der Pfeife.
Ob daraus irgendwann ein neuer Klassiker für deutsche Pfeifenraucher wird, wagen wir noch nicht vorherzusagen. Aber allein die Idee zeigt, mit welcher Kreativität hier gearbeitet wird.
Und irgendwie passt das wunderbar zu Brasilien.
Lebensfreude, Experimentierfreude und keine Angst davor, Dinge einfach einmal anders zu machen.
Genau deshalb fahren wir zur InterTabac
Nach dem ersten Messetag bleibt vor allem eines hängen: Pfeifenrauchen lebt.
Es gibt neue Tabakmischungen, ungewöhnliche Materialien und innovative Ideen. Gleichzeitig entdecken wir alte Stanwell Pfeifen aus Dänemark oder längst vergangene Peterson Serien und merken dabei, wie wichtig die Geschichte dieses Handwerks bis heute ist.
Genau diese Mischung begeistert das Team der Pfeifenstube.
In der Sächsischen Pfeifenstube möchten wir nicht einfach möglichst viele Pfeifen und Tabake ins Regal stellen. Wir möchten die besonderen Dinge finden. Produkte mit einer Geschichte, einer Idee oder einem Charakter, über den man sprechen kann.
Und wenn wir am Ende eines Messetages mit alten Stanwells, neuen Tabakideen, Pfeifen aus Eschen- und Eichenholz und brasilianischen Mischungen mit Hopfen im Kopf zurück ins Hotel fahren, dann wissen wir:
Der erste Tag der InterTabac 2026 hat sich gelohnt.
Und die Messe hat gerade erst angefangen.