Handelsgold Zigarren – deutsche Zigarrentradition seit 1946
Die Geschichte von Handelsgold beginnt eigentlich bereits 1935. In diesem Jahr ließ sich das traditionsreiche Tabakunternehmen Arnold André (heute eher bekannt für Montosa Zigarren und zum Beispiel Buena Vista Zigarren) den Markennamen schützen. Aufgrund des Zweiten Weltkriegs dauerte es allerdings bis 1946, ehe die ersten Handelsgold Zigarren auf den Markt kamen.
Walter André hatte damals eine Druckerei in Ostwestfalen mit der Entwicklung einer neuen Zigarrenverpackung beauftragt. Dabei entdeckte man einen bereits vorhandenen Entwurf mit zwei Weltkugeln und dem Schriftzug Handelsgold. Die Gestaltung gefiel so gut, dass sie übernommen wurde und zum Markenzeichen einer der erfolgreichsten deutschen Zigarrenmarken avancierte.
Während der Wirtschaftswunderjahre der 1950er- und 1960er-Jahre erlebte Handelsgold einen beispiellosen Aufstieg. Besonders bemerkenswert war die transparente Preisgestaltung: Eine Handelsgold Nr. 10 kostete tatsächlich zehn Pfennig, die Nr. 15 entsprechend fünfzehn Pfennig. Mit dieser einfachen Strategie machte Arnold André die Marke einem breiten Publikum zugänglich.
Zu den bekanntesten Handelsgold-Rauchern gehörte sogar Ludwig Erhard, der spätere Bundeskanzler und damalige Bundeswirtschaftsminister. Seine Vorliebe für Zigarren passte zum Selbstverständnis einer Zeit, in der wirtschaftlicher Aufschwung und persönlicher Wohlstand eng miteinander verbunden wurden.
Bis 2024 wurden nach Herstellerangaben weltweit mehr als 16 Milliarden Handelsgold Zigarren und Zigarillos verkauft.
Handelsgold und die Geschichte deutscher Zigarren
Wer sich mit deutschen Zigarren beschäftigt, kommt an der Stadt Bünde in Nordrhein-Westfalen kaum vorbei. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich die Region zu einem der wichtigsten Zentren der europäischen Zigarrenherstellung. Zu den traditionsreichen Herstellern gehörte Arnold André, dessen Unternehmensgeschichte bis ins Jahr 1817 zurückreicht. Seit 1851 ist das Unternehmen auch in Bünde vertreten. Deutsche Zigarren spielen bei dem Importeur heute allerdings kaum noch eine Rolle - man betreibt hingegen sogar eine eigene Manufaktur in der Dominikanischen Republik.
Während früher ein erheblicher Teil der Zigarren in aufwendiger Handarbeit hergestellt wurde, veränderte die Industrialisierung die deutsche Zigarrenproduktion grundlegend. Arnold André stellte seine Fertigung ab 1958 weitgehend auf maschinelle Verfahren um. Handelsgold profitierte besonders stark von dieser Entwicklung.
Heute sind deutsche Zigarren überwiegend maschinell hergestellte Shortfiller. Anders als bei handgerollten Longfillern besteht ihre Einlage aus geschnittenen Tabakstücken. Dadurch lassen sie sich effizient und in großen Stückzahlen produzieren. Neben Handelsgold zählen Marken wie Tropenschatz oder Vasco da Gama sowie Hersteller wie August Schuster und Woermann zu den bekannten Namen der deutschen Zigarrentradition.
Aromatisierte Handelsgold Zigarren und Zigarillos
Einen großen Teil des heutigen Handelsgold-Sortiments bilden aromatisierte Zigarillos. Die verschiedenen Geschmacksrichtungen unterscheiden sich deutlich von klassischen, nicht aromatisierten Zigarren. Hier steht nicht ausschließlich das natürliche Tabakaroma im Vordergrund, sondern die Verbindung von Tabak und zugesetzten Aromen.
Typisch sind die kleinen, maschinell gefertigten Shortfiller, die häufig in praktischen Fünferpackungen angeboten werden. Viele Sorten besitzen zudem ein gesüßtes Mundende.
Die bekanntesten Geschmacksrichtungen sind:
- Handelsgold Blond – Vanille
- Handelsgold Dark Red – Kirsche
- Handelsgold Green – Grüner Apfel
- Handelsgold Brown – Kaffee
- Handelsgold Blue – Schokolade
- Handelsgold Tropical – Kokos
- Handelsgold Purple – Waldbeeren
- Handelsgold Sunset – Pfirsich
- Handelsgold Bright – Erdbeere
- Handelsgold Summer – Melone mit kühlender Note
Die unterschiedlichen Sorten werden überwiegend über Farbbezeichnungen unterschieden. Ältere Produktnamen wie Vanilla Taste oder Cherry Taste sind deshalb heute vielfach durch neutralere Bezeichnungen ersetzt worden.
Klassische Handelsgold Zigarren ohne Fruchtaromen
Neben den aromatisierten Varianten bietet Handelsgold weiterhin klassische Tabakmischungen an. Besonders bekannt ist das Handelsgold Königsformat, das traditionell mit mildwürzigen Sumatra-Tabaken verbunden wird. Die Handelsgold Brasil zeichnet sich dagegen durch einen vollmundigeren, süßlich-würzigen Charakter aus.
Beide Varianten stehen für einen traditionellen Zigarrenstil, wie er über Jahrzehnte in Deutschland verbreitet war. Im Gegensatz zu vielen modernen Premiumzigarren sind sie auf einen unkomplizierten und vergleichsweise kurzen Rauchgenuss ausgelegt. Auch die Handelsgold Classic verzichtet auf zusätzliche Fruchtaromen und kombiniert klassische Tabaknoten mit einem süßlichen Mundende.
Unsere Empfehlungen aus der Sächsischen Pfeifenstube
In unserem Leipziger Fachgeschäft erleben wir, dass die Vorlieben unserer Kunden bei Zigarren sehr unterschiedlich ausfallen. Während sich ein Teil für aufwendig komponierte Longfiller aus Mittelamerika interessiert, suchen andere gezielt nach klassischen deutschen Zigarren oder aromatisierten Zigarillos.
Gerade hier hat Handelsgold seine Berechtigung. Die Marke bietet eine große Auswahl unterschiedlicher Geschmacksrichtungen und gehört zu den preisgünstigen Angeboten im deutschen Zigarrenhandel.
Wer Handelsgold zum ersten Mal ausprobiert und fruchtige Aromen bevorzugt, kann sich zunächst an den Sorten Dark Red oder Green orientieren. Für Liebhaber süßlicher Dessertnoten sind Blond mit Vanille und Blue mit Schokoladenaroma interessante Varianten.